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Gepostet by on Jun 3, 2012 in Ernährung | 2 Kommentare

Veggie – Day und der Sinn dahinter

Veggie – Day und der Sinn dahinter

Heute am V-Day haben wir die gemeinsame Herausforderung, uns einen Tag lang vegan zu ernähren. Dieses Thema ist so wichtig, dass dieser Beitrag komplett öffentlich lesbar ist und ich hoffe ihr nehmt Euch einen Moment Zeit an diesem Sonntag, über die folgende Verantwortung nachzudenken, die wir alle miteinander teilen (sollten). Ich schreibe gleich dazu, um was es mir in diesem Artikel nicht geht: zu vegetarischer oder veganer Ernährung zu raten oder das Fleischessen zu verdammen. Im Gegenteil, es geht um Fleisch in diesem Artikel und auch an diesem Tag, selbst wenn wir heute auf tierische Produkte verzichten wollen als eine praktizierte Form der “Schweigeminute” für dieses wichtige Thema. Ich möchte vorab ein Wort an alle richten: es geht mir überhaupt nicht darum, mich im Anschluss per Kommentar oder auf Facebook mit der üblichen schnöden Diskussion , ob Vegetarismus/Vegane Ernährung allgemein gut oder schlecht ist, auszutauschen. Das hier ist kein Feldzug, für keine der beiden Seiten. Für solchen Schwachmatismus ist die Zeit am V-Day zu wertvoll. Konzentrieren wir uns also jetzt direkt auf die Thematik; die uns alle verbindet ob nun Vegetarier oder Fleischesser: in dieser Sache haben wir eins gemeinsam, nämlich das gleiche ethische Problem. Nur unser jeweiliger Weg, mit der Welt klar zu kommen, ist ein unterschiedlicher. Okay, soviel vorab – los geht’s.

Hier ist das Video mit der Challenge für heute, falls ihr es gestern noch nicht angeschaut habt

Möglicherweise erstaunt es Euch ein wenig, dass ich einen veganen Tag in die Challenge eingebaut habe. Diejenigen unter Euch, die schon länger unseren Videos und unserem Blog folgen, die wissen eins von mir: ich würde persönlich nie auf eine vegetarische oder gar vegane Ernährung wechseln oder dies empfehlen, weil es nicht meiner Überzeugung von artgerechter Ernährung von Menschen entspricht und auch die von der Lobby verbreiteten Beweise, wie beispielsweise die China Studie, nicht Bestand halten können weil längst das Gegenteil bewiesen wurde.

Dennoch haben wir alle die Verantwortung, über das was wir heute als “Fleisch” auf den Tisch bekommen bescheid zu wissen und einen Weg finden, durch unser Verhalten etwas daran zu ändern. Ich hatte eigentlich vor, einen relativ langen Text zu schreiben um mit Euch über Tierhaltung zu sprechen. Genau wie wir Menschen ein Recht auf artgerechte Ernährung haben, sollten wir Tieren das Recht auf ein artgerechtes Leben auch eingestehen. Mila hat heute ein Video auf Facebook gepostet, dass mir das Schreiben einen langen Texts erspart. Mila, danke für den Post und nun sag ich mal direkt “Film ab”

Sicher, eingefleischte “Fleischfans” werden jetzt anführen, dass diese Beiträge von PETA produziert wurden und möglicherweise Einzelfälle zum Herausstellen der eigenen politischen Überzeugung herangezogen worden sind. Zweifel sind in der heutigen Zeit immer berechtigt, da ist die viel zitierte China Studie sogar ein ideales Beispiel und leider keine Ausnahme – wenn Dich der “Betrug” dahinter interessiert, kannst Du in Felix`Blog reinschauen, er hat einen kurzen knackigen Artikel darüber erstellt (Hier lang). Tatsächlich, Fakten werden sehr biegsam, sobald sie eine geistige oder politische Überzeugung unterstützen sollen.

In diesem speziellen Fall “Tierhaltung” legt der gesunde Menschenverstand aber sehr schnell nahe, wie unmenschlich und meilenweit weg von artgerecht wir unsere Tiere behandeln müssen. Spätestens wenn wir einen Blick in die Kühltheken der Discounter werfen. 600 g Hähnchenbrust für um die 3 Euro? Eine Putenbrust um 5 Euro (1 Kilo Fleisch) oder eben Schweineschnitzel das Kilo für 2,99 Euro? Da möchte ich ja niemandem die Illusion rauben der bisher geglaubt hat, der Aufdruck “Aus Deutschland” auf dieser Paketware würde bedeuten, dass Fleisch würde auch nur ansatzweise unter Bedingungen produziert werden, die dem Tier ein artgerechtes Leben bieten, bis es auf unserem Teller landet – aber es ist so: wer das kauft, bezahlt dafür, dass Tiere misshandelt und behandelt werden, wie es exemplarisch die Filme oben zeigen. Diese Ansicht mag extrem erscheinen, mit einem kurzen Blick auf den Markt bewahrheitet sie sich schnell: würde das Zeug niemand kaufen, würde es nicht produziert werden. Auf lange Sicht natürlich – stattdessen kaufen wir es, und machen gerne den Preiskampf mit, den sich die Discounter liefern , in dem wir nach den billigsten Angeboten gucken und dann dort kaufen.

Überlegen wir kurz, wie diese Preise zustande kommen können, wird schnell klar, dass an allen Ecken und Enden gespart wird, denn der Profit muss nun mal da sein, sonst lohnt sich kein Unternehmen.

Die Zucht des Jungtieres oder sein Einkauf, die Haltung, Pflege, Fütterung, die Säuberung der Stallanlagen, Ausstattung, genug Platz pro Tier ggf. im Freiland und sogar eine schmerzlose Schlachtung ohne Panik beim Tier auszulösen – die ist zu den Dumpingpreisen für Fleisch überhaupt nicht zu realisieren. Das muss uns in jedem Moment bewusst sein, wenn wir billiges Fleisch kaufen das aus einer uns unbekannten Herstellung stammt.

Unser Problem: Verfressenheit

In meinen Augen ist das Grundproblem, unter dem wir leiden – und weswegen viele von uns Abnehmengeln auch gemeinsam auf der Reise zur schlanken Figur sein müssen – die gewisse “Verfressenheit” mit der wir heute leben. Essen ist ständig und überall verfügbar, um Fleisch zu essen musst Du nicht jagen sondern im Zweifelsfall in den Discounter um die Ecke gehen und dann kannst Du Dir eine riesige Portion zum lächerlichen Preis kaufen. D.h. um Dir so ein großes Stück Fleisch zu kaufen, musst Du nicht ein Mal auf der Arbeit richtig ranklotzen, um es Dir zu verdienen. Der aus den USA herüber geschwappte Gigantismus bei Portionsgrößen mit Super XXL Burgern, Riesenschnitzeln mit 800 g für eine Person usw. hinterlassen den Eindruck, dass es wirklich um jeden Preis notwendig ist, ständig Fleisch zu essen und es fast selektionslos in großer Menge hinein zu schieben.

Dieses billige Fleisch ist vollgepumpt mit allem möglichen Scheiß, Antibiotika sind da wohl nur die Spitze des Eisberges. Die große Nachfrage nach billigem Fleisch ist es doch im Grunde, die für die Tiere die oben gesehenen qualvollen Haltungsbedingungen verursacht. Und die sind keine Ausnahme sondern die Regel – wie gesagt, gesunder Menschenverstand – ethisch korrekt und mit so wenig Medikamenten, hochwertigem Futter und – vernünftiger Haltung – kannst Du kein Fleisch beim Discounter einkaufen. Dabei geht Tierhaltung auch anders.

Ich schreibe mein Fazit in den Spoiler, Du kannst es aufklicken NACHDEM Du folgende Frage für Dich selbst beantwortet hast: wie kannst Du die Herausforderung meistern, Dich selbst so artgerecht wie möglich zu ernähren und dabei helfen, dass die Missstände in der Tierhaltung nicht mehr von Dir unterstützt werden?

Was ist Dein Fazit, Anne?

Der erste Gedanke wäre natürlich, komplett auf Fleisch zu verzichten und es einfach gar nicht mehr zu kaufen. Wer das machen möchte, kann das tun – ich denke nur nicht, dass es wirklich etwas ändert an der Tierhaltung und andererseits gibt es kein Urvolk, dass FREIWILLIG eine vegetarische Ernährung gewählt hätte – Fleischessen ist unsere Natur. Das wir Tiere essen, finde ich also völlig normal und ich habe keinerlei Problem damit, mich beim Verzehr eines Stücks Hähnchenbrust daran zu erinnern, dass diese einst an einem Huhn dran war. Desto weiter ich in der Recherche rund um die moderne! gesunde Ernährung, die ja eigentlich das älteste Erfolgskonzept des Menschen ist – hinein arbeite, desto klarer zeichnet sich eine Sache ab: die größte Problematik liegt nicht darin, ein artgerecht gehaltenes Tier zu finden. Im Gegenteil, wenn Du mal google bemühst und nach Demeter- oder Biohöfen in Deiner Umgebung suchst und Dir dort die Tierhaltung anschaust (Vergleich lohnt sich!) , dann zeichnet sich ein anderes Bild ab. Das größte Problem haben wir mit unserer neumodischen Verfressenheit, unter der ich auch lange Zeit gelitten habe.

Denk ich an meine Einkäufe auf den Höfen in der Umgebung, zeichnet sich in Bezug auf Tierhaltung ein ganz anderes Bild ab: Hühner springen pickend im Freiland herum, Rinder verbringen den Sommer draußen und haben viel Platz im Stall. Manchmal muss es nicht mal Bio sein , noch viel schöner fand ich die kleine “Hobbylandwirtschaft” wo ich Rohmilch kaufe, die Tiere werden gut behandelt – fast schon liebevoll – und das Produkt, was Du da kaufst, kostet natürlich wesentlich mehr aber es schmeckt komplett anders, besser. Mein erster Rohmilch Versuch war wirklich eine Erleuchtung! Dass der Liter 1,79 kostet statt je nach Marke im Supermarkt um die 50 Cent, ist dabei zweitrangig. Oder die Maishähnchenbrüste vom Bauern, erstens muss ich die meist vorbestellen weil man in dem kleinen Bauernlädchen nicht einfach hinfahren kann mit einer Einkaufsliste, wie es im Supermarkt möglich ist. Die Lebensmittelauswahl dort ist immer jahreszeitlich angepasst und 2. je nach dem, was gerade geschlachtet wurde und frisch ist, bekommst Du dann da Fleisch. Wenn es also unbedingt etwas bestimmtes sein muss, dann ist eine Vorbestellung notwendig, bei Rindfleisch kann das auch mehrere Wochen dauern. Einfach deshalb, weil das Tier weiter auf der Weide steht , bis genug Bestellungen da sind. Und dann muss es abhängen, bis es die richtige Reife hat. Eier bekomme ich eigentlich immer dort und das beste: die XL Eier vor Ort , also von dort wo ich die Hühner draußen sehen kann, wenn ich zum Hof fahre – kosten auf 10 Stück nur 1 cent mehr als die M oder L Eier beim Discounter in Bio Qualität. Dafür brauche ich natürlich viel weniger Eier, wenn sie größer sind pro Ei-Mahlzeit. Dazu kommt, die Eier kannst Du schon rein optisch unterscheiden von den Bio Eiern und von Billig-Eiern erstrecht. Das Eigelb ist wesentlich weniger orange sondern hat eher einen sanften gelbton, je nach Jahreszeit mal ein wenig dunkler oder heller. Aber quietsch orange sind die eben nicht, weil die nicht auf “oranges” Eigelb mit carotinreichem Futter getrimmt werden. Sehr interessant sind auch Schinken/Speckwaren beim Bauern, manchmal bekommst Du da Wurst oder Schinken, die “nur” mit Kochsalz zubereitet wurden statt mit Nitritpökelsalz. Nitritpökelsalz ist ungesund (krebserregend) und gleichzeitig dient es vor allem dazu, dass die Produkte nicht gräulich werden durch Kontakt mit Luft / in der Lagerung und so länger für den Kunden attraktiv verkauft werden können. Na klar, bevor ich das wusste habe ich einem eher gräulichen Schinken auch nichts abgewinnen können und in der Frischetheke hätte ich den liegen lassen weil ich gedacht hätte, er wäre nicht mehr gut. Dabei wird die schöne Farbe mit einem vielleicht sogar hohen Preis bezahlt, den Du mit Geld nicht aufwiegen kannst: Gesundheit!

Klar, “Tot gekuschelt” werden die Tiere in artgerechter Haltung auch nicht, eine Schlachtung ist dennoch ein ganz anderer Prozess, eben auf “Bestellung” d.h. nicht industriell über Maschinen, die das erledigen sondern von Hand von einem erfahrenen Schlachter, der das für das Tier so schmerzlos und angstfrei wie möglich realisiert.

Der Einkauf von Produkten bei Erzeugern vor Ort ist natürlich teurer als im Discounter oder im Supermarkt. Da kommen wir direkt zur nächsten Frage -

“Was mache ich denn, wenn ich soviel Geld nicht aufbringen kann?”

Dann stell Dir die Frage: kannst Du das wirklich nicht oder hast Du die falschen Erwartungen an die Häufigkeit und die Menge der verzehrten tierischen Produkte? Mir wird immer klarer, wie überdimensioniert unsere Erwartungen an die Größe und Häufigkeit von Mahlzeiten ist und wie wenig das eigentlich mit unseren Genen vereinbar ist. Ich fasse mich da an meine eigene Nase von früher oder auch nur an die von vor einem Jahr. Wenn Du beispielsweise meine Anfänge bei Youtube anschaust – dann siehst Du wie viel ich an Fleisch oder auch Fisch pro Portion gerechnet habe. Zum Abnehmen geht das problemlos, das beweisen meine Vorher Nachher Fotos und die immer noch fortschreitenden Erfolge mehr als deutlich. Seit diesem März, wo ich zunächst allein meine clean eating Challenge begann (hier der Artikel ) , habe ich mir mehr Gedanken darüber gemacht, wo ich was kaufe und war natürlich gezwungen, mich mit den Preisen auseinander zu setzen. Aber auch mit meinen eigenen Portionsgrößen bei tierischen Produkten, insbesondere Fleisch und Milch.

Ich habe festgestellt, dass es tatsächlich eine Art von “Mastverhalten” ist, unter dem wir heute durch die einfache Verfügbarkeit von allen Lebensmitteln in gewisser Weise sogar “leiden”. Es gibt keine natürlichen Fastenperioden mehr, es gibt fest installierte Mahlzeiten statt nach dem Hunger zu gehen, der Hunger wird sehr häufig durch Lebensmittel aus der Retorte gestillt nicht durch “echtes” Essen. Wo ich sonst manchmal zwei Hähnchenbrüste für mich gemacht habe – Eiweiß ist gesund, ich mache sehr viel Krafttraining und so, das hab ich also immer für super gut gehalten – esse ich nun nur noch eine. Auch die Häufigkeit ist deutlich gesunken, ich esse 2-3 x in der Woche Fleisch, für mich selbst brauchte ich sonst etwa 1,5 Kilo Fleisch in der Woche und nun sinds nur noch zwei bis drei kleinere Portionen, ich wiege sie nicht aber sie liegen zwischen 150-200 g. Wurst kommt mir gar nicht mehr auf den Tisch, das ein ein Produkt, was komplett eingespart werden kann weil ich keine Brote oder Brötchen esse. Ein kleines Laster hab ich immer noch, obwohl ich es besser im Griff habe: Bacon. Den ohne Nitritpökelsalz zu bekommen hat lange gedauert und irgendwie schmeckte der nicht so gut. Also müssen momentan wieder 100 g Bio Bacon aber mit Nitrit pro Woche dran glauben. Milch habe ich vor März geradezu verschwendet, jeden Tag habe ich Joghurt, Quark, Milch aus dem Tetrapack verwendet und brauchte für mich allein etwa 4 Liter (gesamt etwa 7 Liter für den Haushalt) Milch, 8-10 Naturjoghurts a 150 g und 1 Kilo Quark in der Woche. Dazu etwa 400 g Käse, meist mittelalter Gouda und 1-2 Packungen Frischkäse. Zum Abspecken, wie gesagt, kein Problem. Der Einkauf der Produkte zu Billigpreisen = schon ein Problem, da sie eine sehr schlechte Tierhaltung zur Folge hat. Jetzt brauche ich aktuell  2 Liter Rohmilch pro Woche, aus denen entnehme ich einerseits etwas Trinkmilch und mache mir 7 Joghurts, die ich nie allein esse. Außerdem reiche ich mit etwa 100 g Käse, gern nehme ich Ziegenkäse da dieser Laktosefrei ist und Frischkäse, den kaufe ich aber noch im Supermarkt, ist mir zu langwierig den selbst zu machen und im Hofladen habe ich noch keinen gesehen. Sahne nutze ich auch noch, als kleine Mengen (na gut, manchmal auch bisschen mehr aber immerhin noch viel weniger als früher). Ich achte auch beim Einkauf von Fisch auf die Kennzeichnungen, Wildfänge sind teurer aber ich kaufe sie viel lieber. Dabei ist es mir wichtig, auf Delfinfreundliche Fischrei zu achten. Da ich nicht an der Küste wohne komme ich schlecht an unverpackte Ware, auf der reicht mir die Kennzeichnung aber oft nicht aus. Beim Fischwagen hier konnte der mir nicht sagen, unter welchen Fangmethoden die Fische geangelt wurden und vor allem ob es sich um Zucht oder Wildfang handelte. 1-2 Portionen Fisch sind es in der Woche, manchmal noch eine Portion Räucherfisch, auch die sind im Vergleich zu früher um die Hälfte geschrumpft und ich werde auch satt und kann mir dafür ein hochwertigeres Produkt leisten und übernehme gleichzeitig mehr Verantwortung für einen bewussteren Umgang mit meinem Essen.

In der Tat glaube ich, dass die “sterilen” Packungen , in denen wir unser Essen kaufen, ganz oft die Wertschätzung verkleinern, die wir dem Essen entgegen bringen. Durch die Verpackung und die sterile Verfügbarkeit wird es zu einem einfachen Produkt ohne einen ethischen Hintergrund, es wird zu einer industriell fertigten Ware. Gutes Beispiel war die Sache mit der Hühnersuppe. Ich hatte mir vor Ort ein tolles Suppenhuhn gekauft und Hühnerbrühe gekocht. Hab das erzählt und die Frage geerntet: wo hast Du denn Brühwürfel ohne Hefeextrakt bekommen? (Hefeextrakt lehne ich ab) – meine Antwort “Aus einem Huhn???” wurde erstaunt aufgenommen. Hühnersuppe ist aus Huhn, Huhn ist der komisch aussehende zweibeinige Vogel, den die meisten Menschen schon mal lebend gesehen haben. Aus dem die Eier heraus kommen und das wir gern kochen, grillen, dünsten etc. weil es lecker und nahrhaft ist.

Nach einer erfolgreichen Jagd wurde sicher nichts verschwendet oder beiläufig und ohne Dankbarkeit für das Jagdglück weg geputzt. Ich erinnere mich an eine Stelle in dem Buch “Der mit dem Wolf tanzt” , wo die Indianer zur Jagd gehen und nur so viele Büffel “nehmen” wie sie für das Überleben des Stammes für den Winter brauchen und die große Wertschätzung, die den Tieren entgegen gebracht wurde für ihr Opfer, finde ich eine schöne Art, mit Fleischessen umzugehen. Generell, mit allen tierischen Produkten. Dazu hilft es natürlich, von dem Billigwahn Abstand zu gewinnen und ganz bewusst seine Produkte einzukaufen. Dabei wird ganz selbstverständlich die Menge sinken, die eingekauft wird – und die fehlende Menge wird durch Gemüse ersetzt werden . Das macht die Ernährung wesentlich gesünder und gleichzeitig ethisch “sauberer”. Ich beschreibe diese Art der Ernährung als 80% vegetarisch mit 20% Extras tierischer Herkunft und mit einer großen Wertschätzung für das, was wir essen.

Wenn die Nachfrage an regionalen Produkten steigt und weniger von dem Billigmüll über den Ladentisch geht, können wir mit Einsatz unseres eigenen Portemonnaies (in dem wir etwas mehr zahlen für vernünftig erzeugte Produkte) und der kleineren Portionsgröße andererseits , langfristig gemeinsam die Welt verändern und die Landwirtschaft vor Ort stärken, die kleinen Betriebe unterstützen, die im Preiskampf der “Giganten” nach und nach sonst untergehen und bisher die einzige Möglichkeit sind, noch einigermaßen korrekt erzeugte Lebensmittel zu bekommen. Wir verändern damit nicht nur unsere eigene Welt, im Sinne unserer Gesundheit sondern auch für das Leben der Tiere, die schlechte Haltung durchleiden und eine Behandlung widerfahren, die wahrlich schockiert. Heute am V-Day sind diese Bilder und Infos vielleicht etwas leichter zu verdauen – der Sinn in dieser Challenge heute liegt also nicht allein darin, Euren Körper ein wenig zu reinigen sondern vor allem, mal auszuprobieren, welche leckeren Sachen mit Gemüse alles so gemacht werden können.

Viele von uns lehnen als Bestandteil der täglichen Ernährung Sojaprodukte und Getreideprodukte ab und nehmen Milchprodukte nur in kleinen Mengen zu sich. Ich hoffe sehr, ihr probiert heute sehr viele Gemüse aus – und all jene, die die Challenge verpasst haben: gönnt Euch vegan oder zumindest vegetarisch für einen oder zwei Tage um Euch zu überzeugen, wie lecker ihr kochen könnt. Ich will nicht, dass ihr Vegetarier werdet oder vegan – ich wünsche mir jedoch für Euch, dass ihr auch Euren Weg findet, Portionen tierischer Produkte zu verkleinern wenn notwendig und Euch qualitativ und ethisch bessere Lebensmittel einkaufen könnt. Wenn ihr ganz knapp mit Geld seid und im Discounter einkaufen müsst – lasst bitte auch nicht den Kopf hängen. Wenn ihr beginnt, eure Portionsgrößen zu überprüfen und versucht, einfach etwas weniger zu kaufen, ist auch das schon eine Hilfe, ein guter Anfang und Du solltest Dich dann kein bisschen schlechter fühlen als jemand, der sich immer oder gelegentlich seinen Bedarf beim Bauern vor Ort decken kann. Auch der kleinste Schritt in die richtige Richtung ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum großen Ziel. Das gilt für das Abspecken genau so wie für alle Dinge im Leben.

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch einen schönen, veganen Sonntag .

Liebe Grüße

Anne

 

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Bitte an alle: keine Diskussion über dieses Bild, es ist lustig und dienst nicht dazu, jemanden anzugreifen. Wer sich angegriffen fühlt, macht sich unnötig das Leben schwer. Deshalb für das Protokoll: es gibt auch den umgekehrten Fall ...

 

P.S. Ankündigung:

Für alle festen Mitglieder gibt es in den nächsten Tagen meinen neuen Ernährungsplan im Forum (für “Alt” Mitglieder die ohne 14 Wochen Programm arbeiten) und hier im Blog für 14 Wochen Programm Teilnehmer. Ich möchte Euch mit diesem Plan meine  Ernährung seit März vorstellen und gleichzeitig ein paar Sachen erzählen, die ich mache, um für die Haut-OP so “fettarm” wie möglich zu werden. Ich werde bald ein Heilfasten Programm beginnen, wer Mitglied ist und Interesse an einer gemeinsamen Aktion hat, kann das direkt hier unter dem Beitrag als Kommentar hinterlassen. Die Fasten-Aktion wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, da mein letztes Fasten gerade die Aufmerksamkeit von Minderjährigen auf sich gezogen hat, die es als einfache Methode verstanden haben, Gewicht zu verlieren. Das ist weder richtig noch sinnvoll, eine Fastenphase sollte immer gut geplant und unter Beachtung gesundheitlicher Aspekte individualisiert sein, damit danach keine Fettzunahme droht.

 

 

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2 Kommentare

  1. Also… die Frage nach Ablehung von Soja und Tofu wird auch hier nicht beantwortet, irgendwie abgelehnt, aber keiner weiß warum. Dann begebe ich mich mal weiter auf die Suche.
    Die Argumentation “kein Fleisch kaufen = verändert nichts” und “weniger Fleisch kaufen = verändert die Welt” ist irgendwie unlogisch, daher kann ich schon verstehen, daß Vegetarier und Veganer gerne meckern (was du öfter anführst). Es liegt wohl an der Art der Argumente. Zu den “Urmenschen” möchte ich aber noch hinweisen, daß diese wohl Vegetarier gewesen sind, wenn nicht Veganer, bevor sie zu jagen begannen. Was die Verfressenheit der Menschen anbetrifft, so hast du vollkommen recht. Man schätzt das, was immer da ist, unweigerlich weniger. Ebenso spielt die Depersonalisierung der Tiere dabei wohl eine wichtige Rolle. Ich glaube, daß man auch weniger Eier essen würde, wenn man sich vorstellte, daß jedes Ei nicht nur Wehen-, sondern auch Geburtsschmerzen für das Huhn bedeutet und das täglich. (Und mal ehrlich, ist es dann nicht konsequent gedacht, wenn man sagt “wenn ich schon weniger davon esse, warum dann überhaupt noch?”. Das ging dir mir Kohlenhydraten doch ebenso.)
    Nichtsdestotrotz ist es eine wahnsinnige Leistung, die du da erbracht hast, so viel abzunehmen. (Und danke, daß du mich auf die Idee gebracht hast, deine Prinzipien in abgewandelter Form zu verfolgen… nun 8 kg weg. ;) )

    Liebe Grüße,

    Lana

  2. Zum Soja haben wir eine Veranstaltung gemacht und es schon sehr häufig thematisiert, Du kannst das aber auch gern hier noch mal nachlesen http://www.mercola.com/article/soy/avoid_soy.htm und dich da durch die Seiten klicken, es gibt wahnsinnig viele Links, auch Studien. Eine deutsche Übersetzung erfasst das nur grob und zwar hier http://www.sylt-gesund-leben.de/texten/SOJA.HTM .

    Stimmt, bevor der Mensch anfing zu jagen, war er affenartig also ein Affe – und auch die sind nicht vegan sondern ziehen sich Insekten, Vogeleier etc. rein wenn sie die kriegen können. Der Gorilla ist vegan, hat jedoch ein komplett anderes Verdauungssystem wie wir Allesfresser.

    Kein Fleisch essen bedeutet, dass auch regionale Betriebe, die sinnvoll produzieren, verschwinden müssten weil es niemand mehr kauft während durch moderates und wählerisches Fleischessen die regionale Produktion unterstützt wird und Massenzeug immer weniger verkauft wird. Durch das Unterstützen der kleinen Betriebe wird das System an der richtigen Stelle gestärkt. Nämlich da wo es schwächelt – es wird nicht einfach das ganze System abgeschafft, dass Millionen Jahre lange die Entwicklung des Menschen gesteuert hat und das ist nun mal, dass wir Fleisch als Teil unserer Nahrung nutzen. Sogar unser Körper selbst speichert Energie in Form von Fett, als bevorzugten Brennstoff für Notzeiten, und das ist wie das tierische Fett konstruiert. -> Wer mehr Infos möchte, sollte das bitte genau recherchieren, und zwar weder in Foren für Fleischfresser-Fetischisten noch in Veganer/Vegetarierclubs sondern auf wissenschaftlichen Seiten oder wenigstens in Bezug auf aktuelle Studien und Erkenntnisse.

    Wenn wir sehen, wie unser Körper heute funktioniert, erscheint eine 80% vegetarische und 20% aus tierischen Produkten zusammengestellte Ernährung optimal; Fleischessen und Fleisch FRESSEN muss also unterschieden werden meiner Meinung nach. Natürlich bedeutet das nicht, dass ich es verwerflich finde, wenn jemand nun die regionale Produktion nicht unterstützt weil er Fleisch nicht essen möchte aus welchen Gründen auch immer – jeder muss selbst entscheiden, was für ihn/sie selbst die beste Ernährung ist, im Zweifelsfall eben über die eigene Gesundheit. Das kann ja niemand von außen sagen, ob einem etwas gut tut oder nicht – das zeigt ggf. das Blut beim Doc und das eigene Befinden, die körperliche Fitness und eine gesund ausgeprägte Muskulatur ohne durch Muskelschwund ausgelöste orthopädische Schäden (die ist natürlich nicht nur ernährungs- sondern auch Bewegungsabhängig).

    “Wenn ich schon weniger davon esse, warum dann überhaupt noch?” – mag ein Denkansatz sein, aber einer den ich nicht teile. Ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln ist mir wichtig, für alles was ich esse, entscheide ich mich mittlerweile bewusst und da gibt es eben Dinge, die ich einschränken möchte und andere Dinge, auf die ich ganz verzichten kann. Beispielsweise Soja und Getreide: die Nachteile überwiegen für mich während ich den Gesundheitsfaktor und den Genuss für mich persönlich für beide Produkte verzichtbar finde. Also brauch ich es nicht mehr. Ein Ei ist meiner Meinung nach perfekt in seiner Nährstoffkombination und ich kann es aus vernünftiger Haltung bekommen. Also ist Ei ein wichtiger Bestandteil meiner Ernährung. Eine artgerechte Haltung ist mir wichtig, eine Über-Emotionalisierung bezüglich Geburtswehen usw. ist für mich nur sehr schwer nachzuvollziehen – ja schon als wir noch Affen waren, haben wir Vogelnester ausgeraubt. Der Vogel hatte auch Geburtswehen, ist schade für den Vogel aber that`s life, fressen oder gefressen werden. Jetzt machen wir das systematisch und ich finde es okay zu erkennen, dass wir eben auch Raubtiere sind und damit gewissermaßen jagen und sammeln was es so gibt. Niemand kann auf alles Rücksicht nehmen, Prioritäten setzen ist da absolut notwendig und zwar jeder für sich.

    Tierische Produkte sind weit verbreitet, ob nun in Kleidung, Medikamenten, ja sogar in Feuerwerken, als Weichmacher für Textilien, Färbeprodukten, Musikinstrumenten (Saiten z.B.) , Parfüm, Kosmetika und und und enthalten. Konsequenz wäre dann im letzten Schluss, auf alles zu verzichten, was von Tieren gewonnen wird. Das ist nicht möglich (und meiner Meinung auch nicht nötig). Bis zu einem gewissen Grad bleiben wir nun mal Raubtier, damit können wir dann auf die eine oder andere Weise umgehen.

    Irgendwer hat gesagt “Nothing makes sense – except in the light of evolution” und wie dieser Grundsatz nun ausgelegt wird, mag jeder selbst interpretieren. Wichtig ist immer die eigene Zufriedenheit mit der Entscheidung und die Anpassung an das eigene Leben. Wie Du beispielsweise meine Prinzipien angepasst hast und damit 8 kg weg geschafft hast. Das ist ganz prima, kannst Du stolz auf Dich sein. Weiter so!

    Liebe Grüße
    Anne

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